Stern-Theaterproduktion

Miles oder die Pendeluhr aus Montreux

Monolog für einen Schauspieler und eine Jazzband von Henning Mankell


CoverSketches Of Spain

Von den drei Produktionen, die der große Gil Evans um 1960 für Miles Davis und das Columbia Studio Orchestra arrangiert hat, ist Sketches Of Spain wohl bis heute die populärste. Sicher lässt sich sagen, dass diese Schaffensphase der Höhepunkt Gil Evans' schöpferischer Tätigkeit war, doch auch im musikalischen Werdegang des sich immer wandelnden Miles Davis bildet diese Zusammenarbeit eine wichtige Wegmarke.

Nur wenige Wegbegleiter übten auf Davis einen ähnlichen Einfluss aus wie Gil Evans, der schon als Wegbereiter von «Birth Of The Cool» 1949 und Gastgeber für die junge innovative Jazzgeneration um Miles in seinem New Yorker Appartement Pate gewesen war. Miles, in dessen Repertoire Fremdkomposition immer mehrheitlich war, bekam von Gil Evans hier Klänge, Atmosphären und Stimmungen geliefert, die sich von den Small-Band-Konzepten des damals schon berühmten Trompeters diametral unterschieden: keine interaktive und ausführliche Improvisation, sondern - fast wie im klassischen Kontext - Mikrointerpretation, Tongebung, Phrasierung. Das sind die Mittel, die einige Kritiker daran zweifeln liessen, ob die Columbia-Jahre mit Gil Evans noch Jazz darstellten.

In Sketches schlägt sich nieder, was den Jazz in den 1950er Jahren entscheidend beeinflusst hat: die modale Improvisation, das Arbeiten ohne Kadenzen und gängige Schlussformeln, sondern das sich Hineingeben in die Eigenheiten einer einzigen Tonalität. Die phrygische Skala gilt als charakteristisch für die Melodiebildung des iberischen Raumes, und verleiht Sketches dadurch seine eigentümliche Wirkung.


"Sketches Of Spain* auf Youtube: Teil 1 / Teil 2